Rückrechnung
 
 
 

Dioe forensische Berechnung der Blutalkoholkonzentration zum Zeitpunkt der Tat aus dem gemessenen BAK-Wert zum Zeitpunkt der Blutentnahme wird als Rückrechnung bezeichnet.

Während der physiologische durchschnittliche Abbauwert 0,15 ‰/h beträgt, ist forensisch zugunsten des Angeklagten ("in dubio pro reo") mit dem jeweils günstigsten Abbauwert zurückzurechnen. Für Verkehrsstraftaten wird daher mit dem niedrigsten Abbauwert von 0,10 ‰/h gerechnet, für die Schuldfähigkeitsfrage erfolgt eine Rückrechnung mit 0,20 ‰/h + 0,20 ‰ einmaligem Zuschlag (Die früher verwendete Rückrechnug mit 0,29 ‰/h führte insbesondere bei längeren Rückrechnungszeiträumen zu irreal hohen BAK-Werten). Voraussetzung ist die abgeschlossene Resorption der Alkoholaufnahme vor dem Vorfall. Ohne Anhörung eines Sachverständigen hat laut BGH ein Zeitraum von 2 Stunden nach Trinkende rückrechnungsfrei zu bleiben. Insbesondere bei kleinen Trinkmengen kann die Resorption bereits nach 30-90 Minuten abgeschlossen sein. Die Rückrechnung aus Atemalkoholbefunden ist derzeit in Deutschland stark umstritten, da eine direkte Konvertierung von Atem-/Blut-Alkohol insbesondere über längere Zeiträume nicht gegeben ist und bislang keine ausreichenden Untersuchungen zum Abbau der AAK vorliegen. Für Österreich siehe Fous´sche Formel.

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ