Engl.: Hangover, franz.: Gueule de bois.

Kater ist der umgangssprachliche Ausdruck für ein nach übermässigem Alkoholgenuss auftretendes Phämomen, das auch als "Katzenjammer" bezeichnet wird. Die genaue Ursache ist nicht bekannt, diskutiert wird der Einfluss der Fuselöle und von Methanol sowie seinen Abbauprodukten Formaldehyd und Ameisensäure, möglicherweise auch direkt von Acetaldehyd als primäres Ethanolabbauprodukt. Der einsetzende Endorphinentzug und erniedrigte Blutzuckerspiegel könnten ebenfalls Einfluss nehmen. Durch die dehydrierende Wirkung des Alkohols und die Ausschwemmung der wasserlöslichen Vitamine (B1, B6, C) sowie Verschiebungen im Salzhaushalt (Ca, K und Mg Ionen) kommt es zum Nachdurst. Neuere Untersuchungen haben auch negative Einflüsse auf die notwendige Traumschlaf-Phase (REM-Schlaf) belegt.

Systematische Untersuchungen an 1230 Studenten (Slutske et al., Alcohol Clin Exp Res, 2003) haben gezeigt, dass insgesamt 13 verschiedene Symptome auftreten, wobei ein extremes Durstgefühl (Dehydratisierung), gesteigertes Müdigkeitsgefühl und Kopfschmerzen am häuftigsten auftreten, gefolgt von Schwächegefühlen und Konzentrationsschwierigkeiten. Weiterhin wurden Lichtempfindlichkeit, Schweissausbrüche, Angstzustände, Depressionen und Zittern gelegentlich beobachtet. Erhöhte Trinkmengen und Trinkhäufigkeiten lassen die Katerwahrscheinlichkeit sowie Anzahl und Schwere der Symptome zunehmen. Für Personen, in deren Familien Alkoholerkrankungen vorliegen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Katers ebenfalls erhöht.

Während Spirituosen mit geringen Begleitstoffgehalten wie z.B. Wodka nur selten einen Kater bewirken, wird dieser bei Konsum stark begleitstoffhaltiger Spirituosen (Weinbrand, Whisky, Obstbrände, Liköre) eher wahrscheinlich. Auch durch nicht vollständig entfernte Hefereste des Gärungsprozesses wie bei Federweißem oder dem gemischten Konsum verschiedenartiger Spirituosen kommt es oft zum Kater.

Vorbeugung: fetthaltige Speisen essen (Verzögerung der Resorption).
Abhilfe: keine "Patentrezepte", aber Flüssigkeits- und Mineralverlust ausgleichen und dem Körper Sauerstoff zuführen (Bewegung an frischer Luft). Notfalls Tabletten gegen Kopfschmerzen. Neu auf dem Markt: cure-x, ein Nahrungsergänzungsmittel, das die ausgeschwemmten Vitamine ersetzt sowie Mineralstoffe und Spurenelemente zuführt, wobei die Dosierung auf der empfohlenen täglichen Aufnahme (RDA) basiert.

Wenig hilfreich dürften sogenannte Anti-Kater-Mittel sein, die in den USA und Holland seit ca. 2 Jahren ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden und die angeblich durch Glucose, also Traubenzucker, die Oxidation des Ethanols zum Acetaldehyd verlangsamen sollen, indem das zur Oxidation notwendige NADH durch Reaktion mit der Glucose abgefangen werden soll. Gleichzeitig soll das gebildete Acetaldehyd durch Weinsäure und Fumarsäure beschleunigt abgebaut werden. Weitere Inhaltsstoffe sind L-Glutamin und Ascorbinsäure. Offen bleibt die Frage, was denn dann mit dem Ethanol als narkotisch wirkendes Zellgift geschehen soll, das dann zwangsläufig noch länger im Körper verweilt. Außerdem wären extrem große (stöchiometrische) Mengen an Glucose erforderlich.

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ