Jugend & Alkohol
 
 
 

Nach Angabe des Statistischen Bundesamtes ist seit 1950 das Durchschnittsalter des Beginns eines regelmäßigen Alkoholkonsums bei Jugendlichen von 19 auf 14 Jahre zurückgegangen. In den meisten europäischen Ländern hat nach WHO-Angaben bereits die Hälfte der 11-Jährigen schon Alkohol probiert, bei den 13-Jährigen 90 %. Die alarmierenden Zahlen haben auf der WHO-Konferenz "Alkohol und Jugend" im Februar 2001 (Stockholm) zur Verabschiedung von Präventionsmaßnahmen geführt, die bis 2006 national umgesetzt wurden. Dabei ist in erster Linie eine starke Einschränkung der Alkoholwerbung zu nennen.

Im Gegensatz dazu ist nach Mitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) der Alkoholkonsum Jugendlicher in Deutschland rückläufig, insbesondere bei Bier und Wein. 34 % der Jugendlichen haben 2000 weniger als einmal im Monat oder gar nicht Alkohol getrunken, 30 % konsumierten regelmäßig Alkohol.

Oftmals ist es das Vorbild der Erwachsenen, das die Jugendlichen zum Alkohol greifen lässt. Auf Familienfeiern darf der erste Schluck probiert werden, so dass die Jugendlichen schon frühzeitig an den Geschmack gewöhnt werden. Auch die Industrie leistet durch speziell auf Jugendliche abgestimmte Getränke (Alkopops) und Werbung ihren Beitrag zum frühzeitigen Alkoholkonsum. Zum 1.8.2004 wurde der Verkauf von Alcopops an Jugendliche unter 18 Jahren verboten (zuvor 16 Jahre) und eine Strafsteuer (AlkopopStG) eingeführt, um über den Preis eine Reduzierung der Nachfrage zu erreichen.

Eine neue Erscheinung ist das sogenannte "Kampftrinken", im englischen Sprachraum als "binge drinking" (Besäufnis) bekannt. Hierunter versteht man einen sporadischen, jedoch extrem exzessiven Alkoholkonsum insbesondere von Jugendlichen, der bis hin zum komatösen Stadium gehen kann (2008: Todesfall).

Zur Bekämpfung des Alkoholkonsums bei Jugendlichen wird derzeit ein generelles Alkoholverbot diskutiert.

Jugendschutzgesetz (JuSchG)

Das Jugendschutzgesetz wurde am 23.07.2002 neu gefasst (ehemals Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit, JÖSchG), letzte Änderung 13.10.2004. § 4 JuSchG (ehemals § 3 JÖSchG) regelt den Aufenthalt von Jugendlichen in Gaststätten. Nach § 9 JuSchG (ehemals § 4 JÖSchG) Verbot der Abgabe bzw. des Ausschanks von Alkoholika an Jugendliche. Der Gesetzestext muss in jedem Verkaufsraum und jeder Gaststätte aushängen. Verstöße werden nach § 26 JuSchG als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 50.000 € geahndet.

In Deutschland dürfen an Jugendliche ab 16 Jahren legal nur Bier, Wein, Obstwein und Sekt abgegeben werden, nicht dagegen Branntwein und branntweinhaltige Getränke, wozu auch Alcopops zählen. Zur Kontrolle des Abgabeverbots werden von den Kommunen jugendliche Testkäufer eingesetzt, was nicht unumstritten ist.

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ