Grenzwerte
 
 
 

Zur Herabsetzung der Gefährdung im Straßenverkehr durch Teilnahme im alkoholisierten Zustand hat der Gesetzgeber bzw. die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Grenzwerte für die Blutalkoholkonzentration und neuerdings im Bereich der relativen Fahruntüchtigkeit auch für die Atemalkoholkonzentration festgelegt, deren Überschreitung bestraft wird. Die Grenzwerte setzen sich aus einem statistisch ermittelten Gefährdungsgrundwert und einem analytisch bedingten Sicherheitszuschlag zusammen.

Seit dem 1.8.2007 gilt für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren sowie Personen unter 21 Jahren eine NULL-Promillegrenze.

In der Bundesrepublik Deutschland gelten folgende Grenzwerte:

  • 0,0 ‰ BAK
    Ab 1.8.2007: Null-Promillegrenze für Fahranfänger in den ersten 2 Jahren sowie Personen unter 21 Jahren. Ordnungswidrigkeit nach ¶ 24a StVG. Strafmaß: 125 € Geldbuße, 1 Monat Fahrverbot, 4 Punkte im Flensburger Verkehrsregister, Verlängerung des alkoholverbots um weitere 2 Jahre.
  • 0,3 ‰ BAK
    Beginn der relativen Fahruntüchtigkeit, die bei eindeutig festgestellten Anzeichen von alkoholbedingten Fahrunsicherheiten bei Unfällen zu straf- und zivilrechtlichen Sanktionen führt. Insbesondere der Verlust des Vollkasko-Versicherungsschutzes mit Regressansprüchen der Versicherer ist hier hervorzuheben.
  • 0,5 ‰ BAK / 0,25 mg/l AAK
    relative Fahruntüchtigkeit Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG, zuletzt geändert durch das StVRÄndG v. 19.3.2001. Geldbuße bis zu 3000 DM (jetzt 1500 €), 4 Punkte im Flensburger Verkehrsregister und Fahrverbot von 1-3 Monate nach § 25 StVG.
  • 0,8 ‰ BAK / 0,4 mg/l AAK
    ehemaliger Grenzwert der relativen Fahruntüchtigkeit, seit 1.4.2001 ausser Kraft (StVRÄndG v. 19.3.2001).
  • 1,1 ‰ BAK
    absolute Fahruntüchtigkeit Straftat nach § 315c StGB,  Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren (Fahrlässigkeit: 2 Jahre) oder Geldstrafe. Bereits der Versuch ist strafbar. Straftat nach  § 316 StGB Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr oder Geldstrafe. Der Grenzwert ist nicht gesetzlich verankert, sondern durch die ständige BGH-Rechtsprechung festgesetzt (ehemals 1,3 ‰).
  • 1,6 ‰ BAK
    absolute Fahruntüchtigkeit für Radfahrer. Bei Entzug der Fahrerlaubnis MPU zur Wiedererteilung erforderlich
  • > 2 ‰ BAK
    Möglichkeit der verminderten Schuldfähigkeit nach § 21 StGB bzw. Schuldunfähigkeit nach § 20 StGB. Unter Umständen kann jedoch auch dann eine Verurteilung wegen Vollrauschs nach § 323a StGB erfolgen.

Grenzwerte in Europa siehe Promillegrenzen. Informationen speziell zur Frage der Atemalkohol-Grenzwerte in Deutschland (ständige Rechtsprechung) siehe Blutalkohol-Homepage.

Benutzerdefinierte Suche

Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ