Gaschromatografische Analyse
 
 
 

Die Headspace- oder Dampfraum-GC-Analyse ist die wichtigste Blutalkohol-Bestimmungsmethode, da sie eine spezifische qualitative und quantitative Analyse von Ethanol ("Alkohol") in jeder beliebigen Matrix (Vollblut, Serum, Urin, Speichel, Organe) simultan mit anderen flüchtigen Substanzen (Aceton, Fäulnisalkohole, Ether, Chloroform, etc.) erlaubt. Bei höchster Empfindlichkeit ist sie Grundlage der forensischen Begleitstoffanalyse.

Zur routinemässigen Blutalkoholbestimmung wird zunächst durch Zentrifugation der Blutprobe Serum gewonnen, von dem 0,2 bzw. 0,5 ml in ein 20 ml fassendes Headspace-Glas pipettiert wird. Nach Zusatz eines inneren Standards (meist tert.Butanol) wird das Glas mit einem Butylgummiseptum verschlossen und auf 60 oC temperiert. Nach 20 Minuten hat sich ein Gleichgewicht zwischen den Substanzen in der Lösung und im überstehenden Gasraum gebildet, aus dem nun mittels automatischer Dosiernadel eine Gasprobe entnommen wird, die auf eine spezielle Trennsäule aufgegeben wird. Mittels eines Inertgasstroms (Stickstoff oder Helium) werden die Komponenten des zu analysierenden Gasgemisches durch die Trennsäule transportiert, wobei jede einzelne Komponente entsprechend ihrer physikalischen Eigenschaften (insbesondere Flüchtigkeit, Polarität und räumliche molekulare Struktur) eine unterschiedliche, für die Substanz auf der gewählten Trennsäule charakteristische Zeit zum Passieren der Trennsäule braucht. Als Detektor dient meist ein FID (Flammen-Ionisation-Detektor), der die Substanzen in einer Wasserstoffflamme verbrennt, wobei elektrische geladene Kohlenstoff-Ionen entstehen, die in einem Kondensator ein Stromsignal erzeugen. Die Stärke des Stromes ist ein direktes Maß für die Menge der Substanz.

Das resultierende Chromatogramm gibt den zeitlichen Verlauf des Stromsignals wieder, wobei jeder einzelne Peak eine Substanz bedeutet, die im Untersuchungmaterial vorhanden war. Die Peakflächen dienen zur Ermittlung der Konzentrationen, indem mittels zuverlässiger Standardlösungen laborinterne Kalibrierfunktionen erstellt werden. Alle Messungen erfolgen grundsätzlich in Doppelbestimmung. Durch externe Qualitätskontrollen (Ringversuche) wird die Richtigkeit und Präzision der der Alkoholbestimmung in den forensischen Alkohollaboren gesichert, wobei hier noch zusätzlich eine zweite Methode erforderlich ist (siehe Blutalkoholbestimmung).

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ