Fettsäureethylester (FSEE)
 
 
 

Die im Stoffwechsel aus Fetten freigesetzten Fettsäuren (hauptsächlich Myristinsäure, Palmitinsäure, Ölsäure und Stearinsäure in unterschiedlichen relativen Verhältnissen) reagieren mit Ethanol (Alkohol) in vivo zu ihren Fettsäureethylestern.

Diese gelangen über die Talgdrüsen in das Haar, wo sie eingelagert werden und sich mit dem Haarwachstum voranschreitend im Haar verteilen. Die Konzentration im Haar ist dabei abhängig von der längerfristig konsumierten Alkoholmenge. Die quantitative GC/MS-Haaranalyse der einzelnen FSEE (deuterierte FSEE als Bezugsstandard) erlaubt daher in ihrer Summenkonzentration eine Aussage über das Trinkverhalten. FSEE werden jedoch auch bei vollständig alkoholabstinent lebenden Personen vorgefunden, da Alkohol auch ein natürliches Stoffwechselprodukt ist.

Folgende Klassifizierung hat sich bewährt:

  • 0,2 bis 0,3 ng/mg: nie (Abstinenz), selten oder nur gelegentlicher Alkoholkonsum
  • 0,3 bis 0,5 ng/mg: normales Trinkverhalten
  • 0,5 bis 1,0 ng/mg: überdurchschnittlicher Alkoholkonsum
  • > 1,0 ng/mg: chronisch-exzessiver Alkoholkonsum

In den Haaren an chronischem Alkoholismus Verstorbener konnten Befunde von über 10 ng/mg FSEE festgestellt werden.

Die FSEE-Haaranalyse hat sich - zusammen mit der Bestimmung von Ethylglucuronid (EtG) im Haar - im Rahmen der MPU oder in Sorgerechtsfällen zum Nachweis eines normalen Trinkverhaltens bewährt, insbesondere wenn die Leberenzymparameter im Blut - nicht alkoholbedingt - überhöht sind.

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ