Ethanol
Physikalische Daten
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H3C-CH2-OH
Ethylalkohol, "Alkohol", Weingeist   C2H5OH,  M 46,07 g/Mol
GHS-Symbol: brennbar

Eigenschaften:

Ethanol, allgemein als Alkohol bezeichnet, ist eine klare, farblose, würzig riechende und brennend schmeckende Flüssigkeit, die mit Sauerstoff zu Kohlendioxid und Wasser verbrennt. Agraralkohol wird daher auch als Treibstoff für Motoren (Bioethanol) verwendet.

Ethanol ist mit Wasser, Ether, Chloroform, Benzin, Benzol in jedem Verhältnis mischbar. Die Mischung mit Wasser verläuft unter Volumenkontraktion, die Dichte ist daher vom Mischungsverhältnis nicht-linear abhängig.

Darstellung:

  • durch alkoholische Gärung von glucosehaltigen Substraten (Fermentation), insbesondere zur Herstellung von Trinkalkohol
  • Destillation von Gärungsalkohol zur Branntwein und Industriealkohol-Herstellung (Agrar-Alkohol)
  • synthetisch durch katalytische Hydratisierung von Ethylen bei 250 bar (Industriealkohol)

Qualitäten:

  • Rohspiritus: Rohdestillat von mind. 80 Gew% Ethanolgehalt, aus dem einerseits durch Rektifikation Primasprit für Trinkzwecke gewonnen werden kann, anderseits durch Zusatz von Vergällungsstoffen Industriealkohol hergestellt wird. siehe Brennspiritus.
  • Bioethanol: Bioethanol ist Agaralkohol, der als Kraftstoff für Otto-Motoren sowie als Brennmaterial in Kaminöfen verwendet wird.
  • Primasprit: Mittellauf der Rektifikation von Rohspiritus, für Trinkzwecke geeignet, mind. 92,4 Gew% Ethanol, Aldehyde max. 4 mg/l, Fuselöle max. 5 mg/l, Säuregrad max. 3 mg/l, Methanol max 3 g/l.
    In der Praxis werden diese gesetzlichen Mindestanforderungen deutlich unterschritten. Trinkalkohol für die Herstellung von Likören enthält meist weniger als 100 mg/l Methanol und lediglich Spuren an Aldehyden und höheren Alkoholen.
  • Spiritus dilutus, ca. 70 %iger Alkohol für medizinische Anwendungen, insbesondere zur Desinfektion

Branntweinmonopol:

In Deutschland unterlagen Herstellung, Einfuhr, Reinigung und Handel dem staatlichen Branntweinmonopol (Gesetz v. 8.4.1922, letzte Fassung v. 13.11.1979 [BGBl. I, S. 1937]), das im Zuge der EG-Harmonisierung 2006 endete.

Verwendung:

  • hauptsächlich in Form von alkoholischen Getränken als Genussmittel,
  • in der Medizin dermatologisch zur Einreibung u. Kühlung, zur chirurgischen Händedesinfektion
  • in der Technik als Lösungsmittel für Fette, Öle und Harze sowie Parfüm und Kosmetika,
  • Ausgangsmaterial für zahlreiche Chemikalien (z.B. Ethylester),
  • als Konservierungs- und Desinfektionsmittel,
  • preiswerter Agraralkohol als Motoren-Treibstoff
  • als Brennstoff, z.B. in Kaminen

Physiologie

Zur Toxikokinetik siehe Resorption und Eliminationkinetik sowie Widmark-Formel.

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ