Eliminationskinetik
 
 
 

In Zusammenhang mit der Ermittlung der Blutalkohol-Konzentration gebrauchte Bezeichnung für den Abbau des Alkohols im Körper. Der Abbaumechanismus ist hauptsächlich die Oxidation zum Acetaldehyd am Leberenzym ADH. Daneben existieren noch andere Abbaumechanismen, wie das MEOS und das Katalase-System.

Die Abbaugeschwindigkeit liegt im physiologischen Durchschnitt bei 0,15 - 0,17 ‰ pro Stunde. Bei extremer Alkoholbelastung (Sturztrunk) kann kurzzeitig eine höhere Abbaugeschwindigkeit resultieren (maximal beobachtete 0,29 ‰ pro Stunde).

Schema der Resorption und Elimination

Als untere Grenze wird in der Praxis von einem (linearen) Abbau von 0,1 ‰ pro Stunde ausgegangen. Daneben gibt es eher theoretische Rechenmodelle, die eine linear-exponentielle Abbaukinetik (Michaelis-Menten-Kinetik) zugrunde legen. Der Abbauwert von 0,1 ‰/h gilt vor Gericht als Rückrechnungswert zur Ermittlung der rechtsrelevanten Tatzeit-BAK aus der festgestellten BAK.

Für die Frage der Schuldfähigkeit wurde früher mit 0,29 ‰/h zurückgerechnet. Dies führte jedoch bei langen Zeiträumen zu unrealistisch hohen Alkoholwerten. Heute wird für die 1. Stunde mit 0,4 ‰, für alle weiteren Stunden mit 0,2 ‰ linear zurückgerechnet.

Die Eliminationskinetik von Methanol und den höheren Alkoholen ist im Rahmen der forensischen Begleitstoffanalyse von Bedeutung und Gegenstand jüngster Forschung, um aus den Trinkangaben eine Aussage über die dann zu erwartenden Konzentrationen treffen zu können. Während für 1-Propanol und Isobutanol mathematisch beschreibbare Kinetiken existieren (konzentrationsabhängige Kinetik 1. Ordnung), lässt sich für Methanol keine Kinetik angeben, da der Abbau in Gegenwart von Alkohol (Ethanol) von mehr als 0,3 ‰ blockiert ist. Die Kinetik der Methylbutanole ist bislang nur empirisch beschreibbar.

Eliminationsphase

Als Eliminations- oder Ausscheidungsphase bezeichnet man den Zeitpunkt nach Überschreitung des Gipfelwertes der Blutalkohol- oder Begleitstoff-Konzentration im Körper im Gegensatz zur vorherigen Resorptionsphase. Innerhalb der Eliminationsphase ist für Alkohol eine lineare Rückrechnung auf vorherige Zeitpunkte (Tatzeit als juristischer Begriff) möglich, wobei die Resorptionszeit jedoch nicht mit einbezogen werden darf, da ansonsten überhöhte Werte resultieren.

Benutzerdefinierte Suche

Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ