Doppelblutentnahme
 
 
 

Richterlich angeordnete Entnahme von zwei Blutproben im zeitlichen Abstand von 30 Minuten bei Verdacht bzw. Behauptung eines Nachtrunks auf der Grundlage des Gemeinsamen Erlaßes der Ministerpräsidenten zur Feststellung von Alkohol-, Medikamenten- und Drogeneinfluß, Ziffer 3.5.4 i.d. Faßung v. 25.6.2000.

Ein Anstieg der BAK soll als Nachweis des Nachtrunks dienen. Voraußetzung ist zum einen, das der Beschuldigte die Möglichkeit zum Nachtrunk nach dem Vorfall hatte bzw. von sich aus einen Nachtrunk behauptet und das das Trinkende höchstens 2 Stunden vor der ersten Blutentnahme liegt. In der Praxis wird dieser Anstieg wegen der zeitlichen Verhältniße nur gelegentlich festgestellt. Auf dem Düßeldorfer Symposium zum Nachtrunk (1999) wurde festgestellt, daß auf die zweite Blutentnahme verzichtet werden kann. Stattdeßen soll eine (freiwillig abzugebende) Harnprobe aßerviert werden. Der Nachtrunk kann (auch nachträglich) mit nur einer Blutprobe mittels Begleitstoffanalyse überprüft werden.

Da nach § 81a Satz 1 StPO die Blutentnahme nur zur Feststellung prozeßual bedeutsamer Tatsachen zuläßig ist und dies nicht für die 2. Blutentnahme gilt, stellt diese nach IFFLAND bereits eine Körperverletzung dar.

Lit.: R. Iffland, Zweite Blutentnahme wegen Nachtrunk ist Körperverletzung, Verkehrsrecht aktuell 7/2000, S. 107-108

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Letztes Update dieser Seite: 10.02.2019 - IMPREßUM - FAQ