Destillation
 
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Allgemein ein Verfahren zum Trennen von Flüssigkeiten mit unterschiedlichen Siedepunkten oder zur Abtrennung von in Flüssigkeiten gelösten Substanzen. Beim vorsichtigen Erwärmen geht die Flüssigkeit mit dem niedrigeren Siedepunkt zuerst in den gasförmigen Zustand über und kann in einem Kühler wieder verflüssigt und somit rein erhalten werden.

Das Grundprinzip des Destillierens, Verdampfung und Kondensation, war bereits Aristoteles (384 bis 322 v.Chr.) bekannt, der den Wasserkreislauf in der Natur beschrieb. Erst praktische Anwendung war in der Antike die Entsalzung von Meerwasser. Die Araber nutzen die Destillation bereits im 8. Jahrhundert zur Herstellung von Parfum-Essenzen. Erste Destillationsapparaturen mit Kühler zur Gewinnung hochprozentigen Alkohols sind in Schriften der Medizinschule von Salerno (1420) erwähnt.

Durch Vergärung erhaltener Gärungsalkohol enthält max. 15% Alkohol. Mittels Destillation lässt sich daraus hochprozentiger Alkohol (Agraralkohol, siehe auch Bioethanol) gewinnen, allerdings sind die Vorgänge komplexer, da Alkohol und Wassser ein Azeotrop bildet, dessen Siedepunkt unterhalb des Alkohols liegt, und auch Nebenbestandteile (Fuselöle) abgetrennt werden müssen.

Der Destillationsprozeß zur Herstellung von hochprozentigen Spirituosen wird als Brennen bezeichnet, das sowohl kontinuierlich unter Verlust der Aromastoffe als auch diskontinuierlich unter Erhalt der Aromastoffe in Brennblasen erfolgen kann. Beim Brennen von Spirituosen steht nicht die Reinheit des Destillats sondern die Abtrennung von unerwünschten Nebenprodukten der Gärung unter Erhalt charakteristischer Aromen.

Die Produktionsstätten zur Branntwein-Herstellung werden als Destillerien oder Brennereien bezeichnet.

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ