Blutentnahme
 
 
 

Die Anordnung zur Entnahme einer Blutprobe beruht auf der Grundlage des § 81a StPO, der die Blutentnahme zum Nachweis einer alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit auch gegen den Willen des Betroffenen zwangsweise unter Anwendung von einfacher körperlicher Gewalt erlaubt, womit der Tatbestand der Körperverletzung hier nicht gegeben ist, s.a. Doppelblutentnahme.

Seit Anfang 2008 steht die Einholung einer richterlichen Anordnung zur Blutentnahme nach § 81a StPO Satz 2 im Mittelpunkt der Diskussion. Im Falle von Alkoholdelikten im Straßenverkehr ging man bislang von der Eilkompetenz der Ermittlungsbehörden aus, da es hier um eine möglichst zeitnahe Messung der BAK geht. Demgegenüber hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfGK 10, 270 <274>) den sogenannten Richtervorbehalt in den Vordergrund gestellt, d.h., grundsätzlich ist eine richterliche Anordnung der Blutentnahme erforderlich.

Desinfektion

Da Ethanol bei höheren Konzentrationen über die Haut resorptiv aufgenommen werden kann, was allerdings nur bei längerer Einwirkung zu messbaren Blutalkoholkonzentrationen führen kann, ist eine vorherige Hautdesinfektion mit Ethanol grundsätzlich verboten. Stattdessen finden Sublimat- oder Oxicyanat-Tupfer Verwendung.

Entnahmegefäße

Die Blutentnahme für forensische Zwecke erfolgt zum Ausschluss einer Kontamination der Probe nicht mittels Einweg-Spritze, sondern mittels speziell für diesen Zweck konstruierter Entnahmemittel. Bis ca. 1990 waren die sogenannten Koller-Venülen in Gebrauch, unter Vakuum stehende Glasröhrchen mit fest in einen Gummistopfen eingebauter Nadel, die nach dem Einstich angewinkelt wurde, sodaß das Vakuum das Blut selbsttätig ansaugte. Die Röhrchen waren frei von Zusatzstoffen, insbesondere NaF. Problematisch war die Verletzungsgefahr im Labor durch die Nadel (Infektionsrisiko) und die Entsorgung der Glasvenülen. Abgelöst wurden die Koller-Venülen durch Kunststoff-Venülen in verschiedenster Ausführung wie z.B. den Vacutainer oder in der preiswertesten Variante durch eine mit ausziehbarem und später abbrechbarem Stempel versehene Kunststoffvenüle mit separat aufsetzbarer Nadel.

Kennzeichnung

Zur eindeutigen Kennzeichnung werden forensische Blutproben mit einem Personenaufkleber versehen, auf dem Name, Geburtsdatum und Entnahmezeitpunkt vermerkt sind. Dazu kommt ein Entnahmenummer-Aufkleber sowie eine Kontrollnummer, die polizeilicherseits vergeben wird. Alle Angaben finden sich auch im polizeilichen Entnahmeprotokoll wieder und werden beim Auspacken und Registrieren der Proben im Labor verglichen.

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Letztes Update dieser Seite: 03.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ