Alkoholismusmarker
 
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Prinzipiell ist zwischen Markern für einen bestehenden chronischen Alkoholkonsum (Statemarkern) und Markern für eine Früherkennung potentiell gefährdeter Personen (Traitmarker) zu unterscheiden. Zur ersten Gruppe gehören insbesondere das GGT, die Transaminasen GOT (ASAT) und GPT (ALAT) (siehe Leberenzyme) sowie der MCV-Befund und neuerdings das CDT.

Mit Ausnahme von CDT sind die Marker unspezifisch, d.h., nicht nur bei bestehendem Alkoholmißbrauch erhöht. Auch bei Erkrankungen, insbesondere der Leber, können erhöhte Befunde auftreten. Wenn auch bei längerer Alkoholabstinenz keine Normwerte erreicht werden, sollte unbedingt ein Internist zur Rate gezogen werden, zumal bei der MPU-Begutachtung der bestehende Alkolismus-Verdacht nicht ausgeräumt werden kann.

Verwirrung bereiten teilweise die unterschiedlichen referierten Normbereiche, die durch Änderung der Messtemperatur verursacht sind. Ältere Tests basieren auf 25 oC, während neuere Tests zunehmend auf die international übliche Temperatur von 37 oC abgestimmt sind, deren Normbereiche durch die IFCC (International Federation of Clinical Chemistry) festgelegt sind.

Ein spezifischer und empfindlicher Marker ist die Bestimmung von Ethylglucuronid (EtG) im Blut oder Urin mittels GC/MS.

Eine weitere Methode zur längerfristigen Beurteilung des Alkoholkonsum-Verhaltens stellt die Bestimmung der Fettsäureethylester (FSEE) im Haar als spezifischer Ethanolmetabolit dar (siehe Haaranalyse), die insbesondere bei der Wiederteilung der Fahrerlaubnis eine besondere Rolle spielt, wenn der Betroffene aus nicht-alkoholbedingten Gründen erhöhte Leberwerte aufweist. Parallel dazu wird die Bestimmung von Ethylglucuronid im Haar mittels LC/MS/MS zukünftig mehr und mehr an Bedeutung gewinnen.

Früherkennungsmarker (Traitmarker) sind bislang nicht im klinischen Einsatz. Als vererbbare Indikatoren dienen z.B. Monoaminooxidase, P-300-Amplitude im EEG, ADH- und ALDH-Genotypen.

Der Vollständigkeit halber seien noch die Assoziationsmarker erwähnt, die aus der Häufung bestimmter genetischer und serologischer Merkmale Rückschlüsse auf Alkoholprobleme erlauben sollen, die jedoch wenig sensitiv und spezifisch sind.

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Letztes Update dieser Seite: 14.07.2010 - IMPRESSUM - FAQ