Absinth
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Absinth ist ein Branntweindestillat (45 bis 78 Vol%) aus Wermuth (Artemisia absinthum) mit charakteristischer grüner Farbe, daher die Bezeichnung "Die grüne Fee". Die Färbung ist durch den hohen Gehalt an Chlorophyll bedingt. Die ätherischen Öle des Wermuths enthalten als Hauptbestandteil Thujon (25-70 %), das bei chronischem Genuss zu körperlichen und psychischen Schäden führt. Der bittere Geschmack ist auf den Gehalt des Glycosids Absinthin zurückzuführen. Im 18. und 19. Jahrhunderts war Absinth sehr beliebt, insbesondere in Künstlerkreisen (Van Gogh, Picasso, u.a).

Die Herstellung war 1923 in Deutschland verboten worden, ebenso wie in den meisten europäischen Staaten (Ausnahme Großbritannien, wo Absinth mit bis zu 10 mg/kg Thujongehalt erlaubt war). Heute geht man davon aus, das die Folgen des übermäßigen Absinthkonsums (Absinthismus) nicht auf das Thujon, sondern auf die schlechte Qualität des damals verwendeten Alkohols in Verbindung mit der hohen Trinkmenge zurückzuführen sind.

Seit 1988 ist in der EU Absinth in Bitter-Spirituosen mit bis zu 35 mg/kg (Richtlinie 88/388/EWG v. 22.6.1988) wieder zugelassen, in anderen Spirituosen mit maximal 10 mg/kg bei über 25 Vol% Alkohol. Im Deutschen Recht ist dies in der Aromenverordnung [BGBl. I, 2045-2050 (1991), Anlage 4] übernommen worden.

Zur Herstellung von Absinth werden neben alkoholischen Mazeraten des Wermutkrautes noch Anis oder Sternanis, Fenchel und andere Kräuter zugesetzt. Bei Verdünnung mit Wasser oder Eis erfolgt oft eine milchige Trübung, die durch ausfallendes Anis bedingt ist.

Nach neueren Untersuchungen ist nicht der Thujongehalt für die schädigende Wirkung des Absinths verantwortlich, sondern vielmehr der besonders hohe Alkoholgehalt.

Seit 1.3.2005 ist Absinth auch in der Schweiz wieder legalisiert worden.

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Letztes Update dieser Seite: 02.11.2017 - IMPRESSUM - FAQ