Gesetz über Wein, Schaumwein, weinhaltige Getränke
und Branntwein aus Wein (Weingesetz)

BGBl. I, Nr. 63 S. 893-921 (Auszug)

1 Begriffsbestimmungen

(1)..

(2)..

(3) Qualitätswein eines bestimmten Anbaugebietes (Qualitätsein b.A.) ist, soweit es sich um inländischen Wein handelt, der Wein, dem auf Grund einer Qualitätsprüfung nach 14 eine Prüfungsnummer als Qualitätswein ( 11) oder Qualitätswein mit Prädikat ( 12) zuerkannt worden ist.

(4) Zur Gewinnung von Qualitätswein b.A. geeigneter Wein ist, soweit es sich um inländischen Wein handelt, der Wein, der

1. ausschließlich von Weintrauben geeigneter Rebsorten ( 2 Abs.2) stammt, die in einem bestimmten anbaugebiet ( 10 Abs.6) geerntet und unbeschadet des 5 Abs. 1 verarbeitet ( 5 Abs.2) worden sind.

2. mindestens den nach 11 Abs.3 festgelegten natürlichen Mindestalkoholgehalt aufweist und

3. dessen vorhandener oder potentieller Alkoholgehalt weder durch Zusatz von konzentriertem Traubenmost noch durch Konzentrierung erhöht worden ist.

(5) Für den vorhandenen und potentiellen Alkoholgehalt, den Gesamtalkoholgehalt und den natürlichen Alkoholgehalt sind die Begriffsbestimmungen des Anhangs I der Verordnung (EWG) Nr. 816/70 anzuwenden. Durch Rechtsverordnung kann das Umrechnungsverfahren zur Ermittlung der Alkoholgehalte geregelt werden.

11 Qualitätswein

(1) Inländischer Wein darf als Qualitätswein b.A. oder als Qualitätswein nur gekennzeichnet werden, wenn für ihn auf Antrag eine Prüfungsnummer zugeteilt worden ist. Wird der Wein so gekennzeichnet, ist die Prüfungsnummer hinzuzufügen und die Herkunft mit einer Bezeichung nach 10 Abs.1 Nr. 1 bis 3 oder 5 anzugeben.

(2) Eine Prüfungsnummer wird zugeteilt, wenn

1. die verwendeten Weintrauben ausschließlich von geeigneten Rebsorten ( 2 Abs. 2) stammen, in einem einzigen bestimmten Anbaugebiet ( 10 Abs.6) geerntet worden sind und der aus ihnen gewonnene Most mindestens den nach Absatz 3 jeweils vorgeschriebenen natürlichen Mindestalkoholgehalt aufgewiesen hat,

2. konzentrierter Traubenmost nicht zugesetzt und eine Konzentrierung nicht vorgenommen worden ist,

3. der Wein in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern und für die angegebene Herkunft und bei Angabe einer Rebsorte für diese Rebsorte typisch ist und

4. der Wein im übrigen der Verordnung (EWG) Nr. 817/70, diesem Gesetz und den zu ihrer Durchführung erlassenen Rechtsvorschriften entspricht.

(3) ..

(4) Der Gehalt des Qualitätsweines an vorhandenem Alkohol muß mindestens 7o betragen.

(5) ..

(6) ..

12 Qualitätswein mit Prädikat

(1) Inländischer Wein darf als Qualitätswein mit Prädikat in Verbindung mit einem der Begriffe Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein nur gekennzeichnet werden, wenn ihm das Prädikat auf Antrag unter Zuteilung einer Prüfungsnummer zuerkannt worden ist. Wir der Wein mit einem Prädikat gekennzeichnet, ist die Prüfungsnummer hinzuzufügen und die Herkunft mit einer Bezeichnung nach 10 Abs.1 Nr. 1 oder 2 anzugeben. Das Prädikat Eiswein darf nur neben einem der anderen Prädikate zuerkannt und gebraucht werden.

(2) Das Prädikat Kabinett wird einem Wein zuerkannt, wenn er die Voraussetzungen für die Zuteilung einer Prüfungsnummer nach 11 Abs.2 erfüllt und

1. die verwendeten Weintrauben in einem einzigen Bereich geerntet worden sind und der aus ihnen gewonnene Most mindestens den nach Absatz 4 jeweils vorgeschriebenen natürlichen Mindestalkoholgehalt aufgewiesen hat und

2. Zucker nicht zugesetzt worden ist.

(3) Die übrigen Qualitätsweine mit Prädikat müssen zusätzlich die für das Prädikat typischen Bewertungsmerkmale aufweisen und aus Lesegut der folgenden Beschaffenheit hergestellt worden sein:

1. Bei einer Spätlese müssen die Weintrauben in einer späten Lese und in vollreifem Zustand geerntet sein.

2. Bei der Auslese dürfen nur volreife Weintrauben unter Aussonderung aller kranken und unreifen Beeren verwendet werden.

3. Bei der Beerenauslese dürfen nur edelfaule oder wenigstens überreife Beeren verwendet werden.

4. Bei der Trockenbeerenauslese dürfen nur weitgehend eingeschrumpfte edelfaule Beeren verwendet werden. Ist wegen besonderer Sorteneigenschaft oder besonderer Witterung ausnahmsweise keine Edelfäule eingetreten, genügt auch Überreife der eingeschrumpften Beeren.

(4) Die natürlichen Mindestalkoholgehalte für Qualitätsweine mit Prädikat werden entsprechend 11 Abs.3 mit der Maßgabe festgesetzt, daß die natürlichen Mindestalkoholgehalte nach dem Prädikat abgestuft werden.

(5) Ist ein Wein ausschließlich aus Weintrauben hergestellt, die bei ihrer Lese und Kelterung gefroren waren, wird zusätzlich das Prädikat Eiswein zuerkannt.

(6) Beeren- und Trockenbeerenauslesen gelten als Wein, wenn sie mindestens 5,5o vorhandenen Alkohol enthalten. Die übrigen Qualitätsweine mit Prädikat müssen mindestens 7o vorhandenen Alkohol aufweisen.

(7) 11 Abs.5 gilt entsprechend.

(8) ..

(9) Vor dem auf die Ernte der verwendeten Trauben folgenden 1. Januar darf ein mit Prädikat gekennzeichneter Wein nicht abgefüllt in den Verkehr gebracht werden.

Letztes Update dieser Seite: 11.11.01